| Über
Paradigmen zu diskutieren war noch nie eine einhellige Angelegenheit.
Wie soll man sich also besser auf dieses Terrain wagen als in
einer Ausstellung, die sich dem sowohl auf künstlerisch bildnerischer
als auch auf klanglicher Ebene nähert. Nur zwei Tage nach
der Ausstellungseröffnung von "Paradigmi" findet
das Konzert der beiden virtuosen Improvisatoren Pierre Borel und
Joal Grip statt.
Ihre
Musik durchlebt ständigen Wandel und permanente Entwicklung.
Simultan geschieht Anfang und Ende. Bricht ab und danach aus.
Interagierende Intuition. Intensive Beobachtung hörbarer
Fokus und zerstreuende Stille, die ihr Ziel vorerst offen lässt.
Sie schlägt Dir in die Magengrube und heilt im gleichen Moment
Deine Wunden. Sie nimmt alles unter Beschau und bricht erneut
aus. Sie bewegt sich weiter bis zu einem bestimmten Moment, hält
an und beginnt von Neuem, sich zu entfalten. Überraschend,
da man nicht weiß, von woher.
Improvisation:
Sowohl
Pierre als auch Joel sind längst keine unbekannten Namen
mehr, weder in der europäischen noch in der asiatischen oder
nordamerikanischen Musikszene. Als aktive Mitglieder des Umlaut
Records Kollektivs Berlin werden ihre künstlerischen Ausdrucksformen
fokussiert und verstärkt. Sie nutzen die Struktur des in
Eigenorganisation arbeitenden Künstlerkollektivs, um auch
ihre Arbeit als Solokünstler und Bandmitglieder u. a. bei
Peeping Tom, Obliq, SNUS, Pierre Borel Septet, etc. zu erweitern.
Auf ihrem bisherigen Schaffensweg trafen sie auf rennommierte
improvisierende Musiker wie Axel Dörner, Evan Parker, Alan
Silva, Burckard Beins, Raymond Strid.




|